Ratgeber
Brutto Lohn berechnen: So ermittelst du dein Nettogehalt einfach selbst
Bei einem Bruttogehalt von 5.500 € (Softwareentwickler) bleiben dir als lediger Arbeitnehmer in Steuerklasse I nach Abzügen schätzungsweise 3.500–3.800 € netto – abhängig von Krankenkasse und Bundesland.
Brutto Lohn berechnen: So kommst du von Brutto zu Netto
Wenn du deinen brutto lohn berechnen möchtest, geht es meist um die Frage: Was bleibt am Ende auf dem Konto? Der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist für viele Beschäftigte und Jobsuchende in Deutschland ein zentrales Thema. In diesem Artikel erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du dein Nettogehalt selbst abschätzen kannst – und worauf du achten musst.
Was ist Brutto, was ist Netto?
Das Bruttogehalt ist der Betrag, den dein Arbeitgeber dir vor Abzügen zahlt. Es steht in deinem Arbeitsvertrag oder auf der Gehaltsabrechnung. Das Nettogehalt ist das, was nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und den Sozialversicherungsbeiträgen übrig bleibt. Die Differenz kann je nach Einkommen und persönlichen Umständen 30 bis 40 Prozent betragen.
Schritt 1: Dein Bruttogehalt ermitteln
Der erste Schritt, um deinen brutto lohn zu berechnen, ist die Kenntnis deines monatlichen Bruttoverdienstes. Laut Destatis lag der Durchschnittsverdienst von Vollzeitbeschäftigten im April 2025 bei etwa 4.784 € brutto pro Monat. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 28,19 €. Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 € pro Stunde – bei einer 40-Stunden-Woche sind das rund 2.410 € brutto monatlich (BMAS).
Hier einige typische Berufsgehälter (Brutto/Monat) aus unserer Datenbank:
- Softwareentwickler: ca. 5.500 €
- Ingenieur: ca. 5.200 €
- Lehrer: ca. 4.200 €
- Buchhalter: ca. 3.900 €
- Krankenpfleger: ca. 3.800 €
- Elektriker: ca. 3.600 €
- Verkäufer: ca. 2.800 €
Diese Werte sind Durchschnitte – dein tatsächliches Gehalt kann abweichen.
Schritt 2: Sozialversicherungsbeiträge abziehen
Die Sozialversicherung besteht aus vier Zweigen. Als Arbeitnehmer zahlst du einen festen Prozentsatz deines Bruttogehalts (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Für 2026 gelten folgende Arbeitnehmeranteile:
- Krankenversicherung: 8,75 % (zzgl. kassenindividueller Zusatzbeitrag, durchschnittlich ca. 1,6 %)
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
- Pflegeversicherung: 2,4 % (kinderlos; mit Kindern geringer)
Zusammen ergeben das rund 21,75 % deines Bruttos – allerdings nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Liegt dein Gehalt darüber, zahlst du nur bis zur Grenze Beiträge.
Beispiel: Bei 5.500 € brutto (Softwareentwickler) betragen die SV-Beiträge (Arbeitnehmeranteil) etwa 1.200 €. Der genaue Betrag hängt vom Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse ab.
Schritt 3: Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag
Die Lohnsteuer wird nach deiner Steuerklasse berechnet. Es gibt sechs Steuerklassen (I bis VI). Für Ledige ohne Kinder ist meist Steuerklasse I die richtige. Die Lohnsteuer ist progressiv: Je höher dein Einkommen, desto höher der Steuersatz. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei etwa 12.348 € pro Jahr – bis zu diesem Betrag zahlst du keine Einkommensteuer.
Der Solidaritätszuschlag wird nur noch bei sehr hohen Einkommen fällig. Für die meisten Arbeitnehmer entfällt er komplett. Kirchensteuer kommt hinzu, wenn du Mitglied einer Kirche bist (ca. 8–9 % der Lohnsteuer).
Eine genaue Berechnung der Lohnsteuer ist ohne Hilfsmittel schwierig. Nutze dazu am besten unseren Brutto-Netto-Rechner, der alle Faktoren berücksichtigt.
Schritt 4: Netto ermitteln – ein Beispiel
Nehmen wir einen Softwareentwickler mit 5.500 € brutto in Steuerklasse I, ledig, keine Kinder, gesetzlich krankenversichert (durchschnittlicher Zusatzbeitrag).
- SV-Beiträge (ca. 21,75 %): rund 1.200 €
- Lohnsteuer (geschätzt): ca. 900–1.000 €
- Solidaritätszuschlag: entfällt meist
- Kirchensteuer: 0 € (keine Kirchenmitgliedschaft)
Netto: ca. 3.300–3.400 € (je nach Krankenkasse und Bundesland).
Das ist nur eine grobe Schätzung. Dein tatsächliches Netto kann abweichen – vor allem, wenn du Kinder hast, in einer anderen Steuerklasse bist oder Kirchensteuer zahlst.
Warum ein Brutto-Netto-Rechner die beste Wahl ist
Da viele Faktoren zusammenspielen, ist die manuelle Berechnung fehleranfällig. Ein zuverlässiger Brutto-Netto-Rechner wie der auf BruttoNettoCheck berücksichtigt alle aktuellen Werte: Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuer, Bundesland, Krankenkasse und den Zusatzbeitrag. So erhältst du ein realistisches Netto auf den Cent genau.
Tipps für deine Gehaltsverhandlung
Wenn du deinen brutto lohn berechnen kannst, hast du ein gutes Gefühl dafür, was eine Gehaltserhöhung wirklich bringt. Ein Brutto-Plus von 200 € bedeutet netto oft nur 100–120 € mehr – je nach Steuerprogression. Bedenke auch, dass Arbeitgeber die Hälfte der SV-Beiträge übernimmt. Weitere Informationen zu Gehaltsdaten und Trends findest du in unserem Ratgeber.
Fazit
Dein Nettogehalt zu berechnen ist kein Hexenwerk, aber es erfordert die richtigen Zahlen. Mit den SV-Sätzen 2026, deiner Steuerklasse und einem guten Rechner kannst du schnell herausfinden, was von deinem Brutto übrig bleibt. Vergiss nicht: Jede Änderung – ob Heirat, Kind oder Jobwechsel – beeinflusst dein Netto. Berechne deinen brutto lohn regelmäßig neu, um Überraschungen zu vermeiden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine Steuerberatung. Für eine verbindliche Auskunft wende dich an einen Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026 und was bleibt netto?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 € pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche sind das etwa 2.410 € brutto im Monat. Netto bleiben dir nach Steuern und Sozialabgaben (Steuerklasse I, keine Kinder) rund 1.750–1.850 € – je nach Krankenkasse und Bundesland. Eine genaue Berechnung liefert unser Brutto-Netto-Rechner.
Welche Abzüge werden vom Bruttogehalt abgezogen?
Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer, ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sowie die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abgezogen. Die SV-Beiträge 2026 betragen: Krankenversicherung 8,75 %, Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 % und Pflegeversicherung (kinderlos) 2,4 %. Die Lohnsteuer hängt von deiner Steuerklasse und deinem Einkommen ab.
Wie kann ich meinen brutto lohn berechnen und das Netto selbst ermitteln?
Du kannst deinen brutto lohn berechnen, indem du dein Bruttogehalt nimmst und die geschätzten Abzüge abziehst. Eine einfache Faustregel: Bei einem Durchschnittsverdienst von ca. 4.784 € brutto (Destatis 2025) bleiben dir etwa 60–65 % netto. Für eine exakte Berechnung nutze am besten unseren Brutto-Netto-Rechner – er berücksichtigt Steuerklasse, Kinder, Kirchensteuer und Bundesland.