Ratgeber
Lohnsteuer und Sozialabgaben im Überblick: So lässt sich Brutto Netto berechnen
Bei einem Durchschnittsgehalt von rund 4.784 € brutto monatlich (Steuerklasse I, kinderlos, gesetzlich krankenversichert) bleibt dir 2026 etwa 2.900–3.100 € netto – je nach Krankenkasse und Bundesland.
Lohnsteuer und Sozialabgaben im Überblick
Wer in Deutschland arbeitet, kennt das: Auf dem Gehaltszettel steht ein stattlicher Bruttobetrag, aber auf dem Konto landet deutlich weniger. Der Grund sind Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und die Beiträge zur Sozialversicherung. Damit du den Durchblick behältst, erklären wir dir, wie du dein Brutto Netto berechnen kannst – und welche Posten 2026 auf dich zukommen.
Was ist Brutto, was ist Netto?
Brutto ist dein vereinbarter Arbeitslohn vor Abzügen. Netto ist das, was dir nach allen gesetzlichen Abzügen tatsächlich ausgezahlt wird. Die Differenz setzt sich zusammen aus:
- Lohnsteuer – gestaffelt nach deinem Einkommen und deiner Steuerklasse
- Solidaritätszuschlag – seit 2021 nur noch für Spitzenverdiener fällig (ab ca. 73.000 € zu versteuerndem Einkommen bei Ledigen)
- Sozialabgaben – Krankenversicherung (KV), Rentenversicherung (RV), Arbeitslosenversicherung (AV) und Pflegeversicherung (PV)
Die genauen Abzüge hängen von deiner persönlichen Situation ab: Steuerklasse, Kinder, Kirchensteuer, Krankenkasse und Bundesland spielen eine Rolle.
Die Lohnsteuer – progressiv und klassenabhängig
Deutschland hat einen progressiven Einkommensteuertarif: Je mehr du verdienst, desto höher der Steuersatz. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei etwa 12.348 € pro Jahr – bis zu diesem Betrag zahlst du keine Lohnsteuer. Darüber steigt der Grenzsteuersatz von 14 % bis auf 42 % (ab ca. 68.000 € zu versteuerndem Einkommen) und später 45 % (Reichensteuer).
Die Steuerklasse bestimmt, wie viel Lohnsteuer monatlich einbehalten wird. Die wichtigsten:
- Steuerklasse I: Ledige, Geschiedene, dauernd getrennt Lebende
- Steuerklasse III: Verheiratete mit deutlich höherem Einkommen des einen Partners (Splittingvorteil)
- Steuerklasse IV: Verheiratete mit ähnlichem Einkommen
- Steuerklasse V: Der Partner mit geringerem Einkommen in Kombination mit Klasse III
Wenn du dein Brutto Netto berechnen willst, musst du also zuerst deine Steuerklasse kennen.
Solidaritätszuschlag – fast abgeschafft
Der Soli beträgt 5,5 % der Lohnsteuer, wird aber nur noch erhoben, wenn die Lohnsteuer einen bestimmten Freibetrag übersteigt. Für die allermeisten Arbeitnehmer fällt er 2026 weg – außer bei sehr hohen Einkommen.
Sozialabgaben – der große Brocken
Die Sozialversicherungsbeiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Dein Anteil als Arbeitnehmer beträgt 2026:
- Krankenversicherung (KV): 8,75 % des Bruttos (plus kassenindividueller Zusatzbeitrag, im Schnitt etwa 1,7 % – den zahlst du allein)
- Rentenversicherung (RV): 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung (AV): 1,3 %
- Pflegeversicherung (PV): 2,4 % (kinderlos; mit Kindern 2,0 %, ab dem 2. Kind 1,7 %)
Die Beiträge werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben. Für 2026 liegt diese in der KV bei 5.512,50 € monatlich, in der RV bei 8.050 € (West) bzw. 7.950 € (Ost). Verdienst du mehr, zahlst du auf den übersteigenden Betrag keine SV-Beiträge mehr.
Beispielrechnung: Durchschnittsgehalt 2026
Nehmen wir einen ledigen Arbeitnehmer in Steuerklasse I, kinderlos, gesetzlich krankenversichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag (1,7 %), ohne Kirchensteuer. Sein Bruttogehalt liegt bei 4.784 € monatlich (Destatis-Durchschnitt 2025, fortgeschrieben).
- Lohnsteuer: ca. 790 € (geschätzt nach Grundtarif)
- Solidaritätszuschlag: 0 € (da unter Freigrenze)
- KV (8,75 % + 1,7 %): 500 €
- RV (9,3 %): 445 €
- AV (1,3 %): 62 €
- PV (2,4 %): 115 €
- Summe Abzüge: ca. 1.912 €
- Netto: ca. 2.872 €
Das ist nur eine grobe Schätzung. Dein tatsächliches Netto kann abweichen – zum Beispiel wenn du in einem Bundesland mit höherem Kirchensteuersatz wohnst oder einen anderen Zusatzbeitrag hast. Verwende am besten unseren Brutto-Netto-Rechner, um dein persönliches Ergebnis zu ermitteln.
Mindestlohn und niedrige Einkommen
Seit 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 € pro Stunde (BMAS). Bei einer 40-Stunden-Woche sind das etwa 2.410 € brutto monatlich. Davon bleiben dir nach Steuern und Abgaben rund 1.800–1.900 € netto – je nach Krankenkasse. Da der Grundfreibetrag von 12.348 € pro Jahr greift, zahlst du auf dieses Einkommen kaum Lohnsteuer. Die Sozialabgaben fallen aber trotzdem an.
Tipps für deine Gehaltsverhandlung
Wenn du weißt, wie viel von deinem Brutto übrig bleibt, kannst du besser verhandeln. Ein Bruttogehalt von 5.000 € klingt gut, aber nach Abzügen sind es vielleicht nur 3.100 € netto. Überlege dir vorher, welches Netto du brauchst, und rechne zurück. Unser Ratgeber hilft dir mit weiteren Beispielen.
Fazit
Lohnsteuer und Sozialabgaben sind komplex, aber mit ein paar Grundkenntnissen kannst du dein Brutto Netto berechnen und deine Finanzen besser planen. Denk daran: Jeder Fall ist anders – Steuerklasse, Kinder, Kirchenzugehörigkeit und Krankenkasse machen den Unterschied. Für eine genaue Berechnung nutze den Brutto-Netto-Rechner und informiere dich auf unseren Themenseiten über aktuelle Änderungen.
Häufig gestellte Fragen
Was bleibt 2026 von 4.000 € brutto netto übrig?
Bei 4.000 € brutto monatlich (Steuerklasse I, kinderlos, gesetzlich krankenversichert, ohne Kirchensteuer) erhältst du etwa 2.550–2.700 € netto. Die genaue Summe hängt vom Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse und deinem Bundesland ab. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner für eine individuelle Schätzung.
Welche Abzüge werden vom Bruttogehalt abgezogen?
Vom Bruttogehalt werden zuerst die Lohnsteuer (nach Steuerklasse) und der Solidaritätszuschlag (meist 0 %, bei hohem Einkommen 5,5 % der Lohnsteuer) abgezogen. Danach folgen die Sozialabgaben: Krankenversicherung (KV 8,75 %), Rentenversicherung (RV 9,3 %), Arbeitslosenversicherung (AV 1,3 %) und Pflegeversicherung (PV, kinderlos 2,4 %). Die Summe aller Abzüge ergibt dein Netto.
Wie kann ich mein Brutto Netto berechnen?
Am einfachsten mit einem Brutto-Netto-Rechner. Du gibst dein Bruttogehalt, Steuerklasse, Krankenkasse, Bundesland und eventuelle Kinderfreibeträge ein. Der Rechner berücksichtigt Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und alle Sozialabgaben. Für eine grobe Schätzung kannst du auch die Faustformel nutzen: Bei Steuerklasse I bleiben etwa 60–65 % des Bruttos übrig – aber Vorsicht, das variiert stark.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Was bleibt 2026 von 4.000 € brutto netto übrig?
Bei 4.000 € brutto monatlich (Steuerklasse I, kinderlos, gesetzlich krankenversichert, ohne Kirchensteuer) erhältst du etwa 2.550–2.700 € netto. Die genaue Summe hängt vom Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse und deinem Bundesland ab. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner für eine individuelle Schätzung.
Welche Abzüge werden vom Bruttogehalt abgezogen?
Vom Bruttogehalt werden zuerst die Lohnsteuer (nach Steuerklasse) und der Solidaritätszuschlag (meist 0 %, bei hohem Einkommen 5,5 % der Lohnsteuer) abgezogen. Danach folgen die Sozialabgaben: Krankenversicherung (KV 8,75 %), Rentenversicherung (RV 9,3 %), Arbeitslosenversicherung (AV 1,3 %) und Pflegeversicherung (PV, kinderlos 2,4 %). Die Summe aller Abzüge ergibt dein Netto.
Wie kann ich mein Brutto Netto berechnen?
Am einfachsten mit einem Brutto-Netto-Rechner. Du gibst dein Bruttogehalt, Steuerklasse, Krankenkasse, Bundesland und eventuelle Kinderfreibeträge ein. Der Rechner berücksichtigt Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und alle Sozialabgaben. Für eine grobe Schätzung kannst du auch die Faustformel nutzen: Bei Steuerklasse I bleiben etwa 60–65 % des Bruttos übrig – aber Vorsicht, das variiert stark.