Ratgeber
Gehalt verhandeln: Krankengeld brutto oder netto – was zählt beim Angebotsvergleich?
Das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt in Deutschland liegt bei rund 4.784 € (Vollzeit, April 2025). Das Netto hängt stark von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Sozialabgaben ab – für einen Ledigen in Steuerklasse I sind es etwa 2.900–3.100 € netto.
Gehalt verhandeln: Krankengeld brutto oder netto – worauf du achten solltest
Wenn du ein neues Jobangebot bekommst oder über eine Gehaltserhöhung verhandelst, ist der erste Blick meist auf die Bruttozahl gerichtet. Doch was bleibt am Ende wirklich übrig? Und wie hängt das mit dem Krankengeld zusammen? Die Frage „Krankengeld brutto oder netto“ ist dabei ein oft übersehener, aber wichtiger Punkt. Denn deine Absicherung im Krankheitsfall hängt direkt von deinem Nettoeinkommen ab.
Brutto und Netto – die Basics
Dein Bruttogehalt ist der Betrag, den der Arbeitgeber dir vor Abzügen zahlt. In Deutschland liegen die Durchschnittsgehälter (Vollzeit, April 2025) bei rund 4.784 € brutto pro Monat (Destatis). Davon gehen ab:
- Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse und Höhe des Gehalts)
- Solidaritätszuschlag (seit 2021 nur noch bei sehr hohen Einkommen)
- Sozialversicherungsbeiträge (Krankenversicherung 8,75 %, Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %, Pflegeversicherung 2,4 % – Stand 2026)
Für einen ledigen Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kinder ergibt sich daraus ein Netto von etwa 2.950 bis 3.050 €. Das ist das Geld, das dir tatsächlich zur Verfügung steht – und das auch für die Berechnung von Krankengeld relevant ist.
Warum ist die Frage „Krankengeld brutto oder netto“ wichtig?
Krankengeld wird von der Krankenkasse gezahlt, wenn du länger als sechs Wochen krankgeschrieben bist. Die gesetzliche Regelung: Du erhältst 70 % deines Bruttogehalts, aber maximal 90 % deines Nettogehalts. Das bedeutet: Dein Krankengeld ist nicht einfach 70 % vom Brutto, sondern wird durch die Netto-Obergrenze begrenzt.
Beispiel: Bei einem Bruttogehalt von 4.784 € beträgt 70 % = 3.349 €. Dein Netto liegt aber bei ca. 3.000 €, 90 % davon sind 2.700 €. Du bekommst also nur 2.700 € Krankengeld – weniger als die 70 % vom Brutto. Deshalb ist es wichtig, bei Gehaltsverhandlungen nicht nur auf das Brutto zu schauen, sondern auch zu wissen, wie viel Netto dir im Krankheitsfall tatsächlich bleibt.
Gehaltsverhandlung: Mehr Brutto = mehr Netto? Nicht immer linear
Ein höheres Brutto führt zwar zu mehr Netto, aber aufgrund der Steuerprogression steigen die Abzüge überproportional. Gerade bei Gehaltssprüngen in höhere Steuerklassen oder bei Überschreiten von Beitragsbemessungsgrenzen kann der Nettozuwachs geringer ausfallen.
Tipp: Nutze einen Brutto-Netto-Rechner, um verschiedene Angebote zu vergleichen. Achte dabei auf:
- Steuerklasse (I, III, IV, V – je nach Familienstand)
- Kinderfreibeträge
- Kirchensteuer (ja/nein)
- Bundesland (unterschiedliche Hebesätze)
Angebote vergleichen: Nicht nur das Brutto zählt
Wenn du zwei Jobangebote vergleichst, solltest du immer das Netto und die Sozialleistungen betrachten. Ein Unternehmen bietet vielleicht 5.000 € brutto, ein anderes 4.800 € brutto, aber dafür eine betriebliche Altersvorsorge oder höhere Zuschüsse zur Krankenversicherung. Auch die Frage „Krankengeld brutto oder netto“ spielt hier eine Rolle: Manche Arbeitgeber zahlen einen Zuschuss zum Krankengeld, um die Lücke zwischen 70 % Brutto und 90 % Netto zu schließen. Das kann ein echter Mehrwert sein.
Weitere Informationen findest du in unserem Ratgeber zu Gehaltsverhandlungen und Sozialabgaben.
Fazit
Die Frage „Krankengeld brutto oder netto“ zeigt, dass du bei Gehaltsverhandlungen nicht nur auf die Bruttozahl starren solltest. Dein Netto bestimmt deine Lebensqualität und deine Absicherung. Vergleiche Angebote immer auf Nettobasis, berücksichtige Steuerklasse und Sozialabgaben, und frage nach Zusatzleistungen. So triffst du eine fundierte Entscheidung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto? Brutto ist dein Gehalt vor Abzügen, Netto das, was nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungsbeiträgen (KV, RV, AV, PV) auf deinem Konto landet. Die Abzüge hängen von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Bundesland ab.
Wie wird Krankengeld berechnet – brutto oder netto? Krankengeld beträgt 70 % des Bruttogehalts, ist aber auf 90 % des Nettogehalts gedeckelt. Deshalb ist die Frage „Krankengeld brutto oder netto“ wichtig: Die tatsächliche Auszahlung orientiert sich am Netto, aber die Berechnungsbasis ist das Brutto. Bei höherem Gehalt kann die Deckelung greifen.
Welche Rolle spielt die Steuerklasse bei der Gehaltsverhandlung? Die Steuerklasse bestimmt, wie viel Lohnsteuer du zahlst. In Steuerklasse I (ledig) sind die Abzüge höher als z. B. in III (verheiratet, Alleinverdiener). Beim Vergleich von Angeboten solltest du immer das Netto betrachten, da das Brutto allein nicht die tatsächliche Kaufkraft zeigt.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Brutto ist dein Gehalt vor Abzügen, Netto das, was nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungsbeiträgen (KV, RV, AV, PV) auf deinem Konto landet. Die Abzüge hängen von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Bundesland ab.
Wie wird Krankengeld berechnet – brutto oder netto?
Krankengeld beträgt 70 % des Bruttogehalts, ist aber auf 90 % des Nettogehalts gedeckelt. Deshalb ist die Frage „Krankengeld brutto oder netto“ wichtig: Die tatsächliche Auszahlung orientiert sich am Netto, aber die Berechnungsbasis ist das Brutto. Bei höherem Gehalt kann die Deckelung greifen.
Welche Rolle spielt die Steuerklasse bei der Gehaltsverhandlung?
Die Steuerklasse bestimmt, wie viel Lohnsteuer du zahlst. In Steuerklasse I (ledig) sind die Abzüge höher als z. B. in III (verheiratet, Alleinverdiener). Beim Vergleich von Angeboten solltest du immer das Netto betrachten, da das Brutto allein nicht die tatsächliche Kaufkraft zeigt.