Ratgeber
Lohn abrechnen: So berechnest du dein Nettogehalt 2026
Mit dem Mindestlohn von 13,90 € (2026) und einem Durchschnittsgehalt von rund 4.784 € brutto im Monat kannst du dein Netto nur mit Steuerklasse, Krankenkasse und Bundesland genau berechnen.
Lohn abrechnen – der Schlüssel zu fairen Gehaltsverhandlungen
Du hast ein Jobangebot oder stehst vor der nächsten Gehaltsverhandlung? Dann ist es entscheidend, dass du deinen Lohn abrechnen kannst – also vom Bruttogehalt auf das Netto kommst, das am Ende auf deinem Konto landet. Denn nur so erkennst du, ob ein Angebot wirklich attraktiv ist oder ob versteckte Abzüge den vermeintlichen Sprung zunichtemachen.
In diesem Artikel erklären wir dir, welche Faktoren 2026 dein Netto bestimmen, welche Werte du kennen solltest und wie du mit dem richtigen Wissen souverän verhandelst.
Brutto vs. Netto – die Basics
Dein Bruttogehalt ist der Betrag, den dein Arbeitgeber dir verspricht. Doch davon gehen noch ab:
- Lohnsteuer – richtet sich nach deiner Steuerklasse (I bis VI) und deinem Jahreseinkommen. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei rund 12.348 € (BMF LStH 2026).
- Solidaritätszuschlag – wird nur noch von Spitzenverdienern erhoben.
- Sozialversicherungsbeiträge – Krankenversicherung (KV), Rentenversicherung (RV), Arbeitslosenversicherung (AV) und Pflegeversicherung (PV).
Die Summe dieser Abzüge ergibt dein Nettogehalt. Wer den Lohn abrechnen kann, sieht sofort, wie viel wirklich übrig bleibt.
Aktuelle Werte für 2026
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 2026 13,90 € pro Stunde (BMAS Mindestlohn). Bei einer 40-Stunden-Woche sind das rund 2.410 € brutto im Monat. Der Durchschnittsverdienst für Vollzeitbeschäftigte lag zuletzt bei etwa 4.784 € brutto monatlich.
Die Sozialversicherungssätze für Arbeitnehmer (Stand 2026):
- KV: 8,75 % (plus kassenindividueller Zusatzbeitrag)
- RV: 9,3 %
- AV: 1,3 %
- PV: 2,4 % (kinderlos), sonst 1,7 %
Diese Prozentsätze werden auf dein Bruttogehalt angewendet – allerdings nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Für die Rentenversicherung liegt diese 2026 bei 101.400 € jährlich (LStH 2026).
Steuerklassen und Freibeträge
Deine Steuerklasse bestimmt maßgeblich die Lohnsteuer. Die wichtigsten:
- Steuerklasse I: Ledige, Geschiedene, dauernd getrennt Lebende
- Steuerklasse II: Alleinerziehende (Entlastungsbetrag 4.260 €)
- Steuerklasse III: Verheiratete mit großem Einkommensunterschied
- Steuerklasse IV: Verheiratete mit ähnlichem Einkommen
- Steuerklasse V: Verheiratete, wenn der andere Partner Klasse III hat
- Steuerklasse VI: Zweit- oder Nebenjobs
Die LStH 2026 gibt für jede Klasse Arbeitslohngrenzen für Freibeträge an – z. B. für Klasse I liegt die Grenze bei 13.614 €. Wer darunter liegt, muss keine Lohnsteuer zahlen.
So nutzt du das Wissen für Verhandlungen
Wenn du ein Gehaltsangebot bekommst, lohne es sich, den Lohn abrechnen zu lassen – entweder mit unserem Brutto-Netto-Rechner oder selbst mit den aktuellen Werten. Frage ruhig nach, ob der Arbeitgeber zusätzliche Benefits wie betriebliche Altersvorsorge oder vermögenswirksame Leistungen anbietet. Diese können dein Netto indirekt erhöhen.
Ein Beispiel: Ein Softwareentwickler mit 5.500 € brutto in Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) hat nach Abzügen etwa 3.400 € netto. Ein Krankenpfleger mit 3.800 € brutto kommt auf rund 2.500 € netto. Die genauen Werte variieren je nach Krankenkasse und Bundesland.
Häufige Fehler beim Lohn abrechnen
- Nur aufs Brutto schauen: Ein höheres Brutto kann durch eine ungünstige Steuerklasse oder hohe Zusatzbeiträge schmelzen.
- Kinderfreibeträge vergessen: Mit Kindern sinkt die Lohnsteuer, und der PV-Satz ist niedriger.
- Kirchensteuer ignorieren: Je nach Bundesland kommen 8 oder 9 % der Lohnsteuer hinzu.
Unser Ratgeber hilft dir, alle Details zu verstehen.
Fazit
Wer seinen Lohn abrechnen kann, hat in Gehaltsverhandlungen die besseren Karten. Du weißt genau, was ein Angebot wert ist und kannst selbstbewusst nachverhandeln. Nutze die offiziellen Zahlen von BMAS und BMF sowie unseren Rechner, um immer auf dem neuesten Stand zu sein.
Mehr zu typischen Gehältern findest du in unseren Gehaltsdaten. Und wenn du unsicher bist, lies dich durch die Themen – wir erklären alles Schritt für Schritt.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie rechne ich meinen Lohn von Brutto in Netto um?
Ziehe vom Bruttogehalt die Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse und Freibeträgen), den Solidaritätszuschlag (falls fällig) sowie die Arbeitnehmeranteile zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab. Nutze dafür den [Brutto-Netto-Rechner](/rechner) von BruttoNettoCheck – er berücksichtigt alle aktuellen Werte inklusive der 2026er Änderungen.
Welche Abzüge sind 2026 neu oder geändert?
Der Mindestlohn steigt auf 13,90 € pro Stunde (BMAS Mindestlohn). Die Beitragsbemessungsgrenzen wurden angehoben (z. B. RV 101.400 € jährlich). Der Grundfreibetrag liegt bei rund 12.348 €. Die Sozialversicherungssätze bleiben weitgehend stabil, aber der KV-Zusatzbeitrag kann je nach Kasse variieren. Eine Übersicht findest du im [Ratgeber](/blog).
Warum ist es wichtig, den Nettolohn zu kennen, bevor ich ein Gehalt verhandle?
Ein höheres Bruttogehalt bedeutet nicht automatisch viel mehr Netto – besonders bei Steuerklassenwechsel oder wenn Freibeträge greifen. Wenn du weißt, wie du deinen Lohn abrechnen kannst, siehst du sofort, ob ein Angebot wirklich attraktiv ist. Vergleiche immer das Netto, nicht nur das Brutto. Unser [Gehaltsdaten](/daten) helfen dir, realistische Spannen für deinen Beruf zu finden.