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Ratgeber

Stundenlohn berechnen mit der Formel 4,33 – So vergleichst du Angebote richtig

Ab 2026 beträgt der Mindestlohn 13,90 € brutto pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das ein Monatsgehalt von rund 2.409 € brutto (Formel: 13,90 × 40 × 4,33).

Stundenlohn berechnen mit der Formel 4,33 – So vergleichst du Angebote richtig

Ob du ein neues Jobangebot prüfst oder deine nächste Gehaltsverhandlung vorbereitest: Der Stundenlohn ist oft die klarere Vergleichsgröße als das Monatsgehalt. Denn Monatsgehälter verbergen, ob du für 35, 40 oder 42 Stunden pro Woche bezahlt wirst. Mit der einfachen Formel Stundenlohn = Monatsgehalt ÷ (Wochenstunden × 4,33) rechnest du jedes Angebot in eine vergleichbare Zahl um.

Warum 4,33?

Die Zahl 4,33 ist der Durchschnitt der Wochen pro Monat: 52 Wochen im Jahr geteilt durch 12 Monate ergibt 4,333… – gerundet 4,33. Multiplizierst du deine wöchentliche Arbeitszeit mit 4,33, erhältst du die durchschnittliche monatliche Arbeitsstundenzahl. Bei 40 Stunden pro Woche sind das 40 × 4,33 = 173,2 Stunden pro Monat. Der Brutto-Netto-Rechner von BruttoNettoCheck verwendet dieselbe Logik, um aus deinem Stundenlohn das verstetigte Monatsgehalt zu ermitteln.

So wendest du die Formel an

Beispiel 1: Du bekommst ein Angebot über 3.500 € brutto bei 38 Stunden pro Woche. Rechnung: 3.500 ÷ (38 × 4,33) = 3.500 ÷ 164,54 ≈ 21,27 €/h.

Beispiel 2: Du verdienst 2.800 € brutto bei 40 Stunden. Rechnung: 2.800 ÷ (40 × 4,33) = 2.800 ÷ 173,2 ≈ 16,17 €/h.

Mit dieser Methode siehst du sofort, ob ein Angebot über oder unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Ab 2026 beträgt der Mindestlohn 13,90 € pro Stunde (BMAS). Das entspricht bei 40 Stunden einem Monatsgehalt von rund 2.409 € brutto (13,90 × 40 × 4,33). Die Bundesagentur für Arbeit bestätigt diesen Wert in ihrer Weisung 202604002.

Vom Brutto zum Netto – was bleibt dir?

Der Stundenlohn ist immer der Bruttowert. Was netto auf deinem Konto landet, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Kinderfreibeträgen, Krankenkasse und Bundesland ab. Für einen ledigen Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kinder (gesetzlich krankenversichert) gelten 2026 folgende Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmeranteil):

  • Krankenversicherung: 8,75 % (inkl. durchschnittlichem Zusatzbeitrag)
  • Rentenversicherung: 9,3 %
  • Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
  • Pflegeversicherung (kinderlos): 2,4 %

Dazu kommt die Lohnsteuer plus ggf. Solidaritätszuschlag. Ein genaues Netto bekommst du mit unserem Brutto-Netto-Rechner.

Gehaltsvergleich leicht gemacht

Wenn du zwischen zwei Angeboten wählst, rechne beide mit der Formel 4,33 auf den Stundenlohn um. Ein Beispiel:

  • Angebot A: 3.800 € bei 40 Stunden → 3.800 ÷ 173,2 = 21,94 €/h
  • Angebot B: 3.600 € bei 35 Stunden → 3.600 ÷ 151,55 = 23,75 €/h

Obwohl Angebot A ein höheres Monatsgehalt bietet, ist der Stundenlohn in B besser. Für die Verhandlung kannst du dann argumentieren: „Mein aktueller Stundenlohn liegt bei X €, das entspricht bei 40 Stunden einem Monatsgehalt von Y €.“

Typische Gehaltsbeispiele aus der Praxis

Laut unserer Datenbank (Stand 2025/2026) liegen die durchschnittlichen Bruttomonatsgehälter in Vollzeit in etwa bei:

  • Softwareentwickler: 5.500 € → ~31,75 €/h (40 h)
  • Krankenpfleger: 3.800 € → ~21,94 €/h (40 h)
  • Verkäufer: 2.800 € → ~16,17 €/h (40 h)
  • Buchhalter: 3.900 € → ~22,52 €/h (40 h)

Diese Werte sind Orientierungshilfen. Dein tatsächlicher Marktwert hängt von Region, Berufserfahrung und Unternehmensgröße ab. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber mit Tipps zur Gehaltsverhandlung.

Fallstricke bei der Formel

  • Überstunden: Die Formel 4,33 geht von einer gleichbleibenden Wochenarbeitszeit aus. Sind Überstunden im Monatsgehalt enthalten, musst du sie separat bewerten.
  • Teilzeit: Auch bei Teilzeit funktioniert die Formel – einfach deine tatsächlichen Wochenstunden einsetzen.
  • Geringfügigkeit: Die Geringfügigkeitsgrenze liegt 2026 bei 603 € monatlich (BA-Weisung). Verdienst du weniger, zahlst du keine Sozialabgaben. Der Stundenlohn sollte trotzdem mindestens 13,90 € betragen.

Fazit

Die Formel Stundenlohn = Monatsgehalt ÷ (Wochenstunden × 4,33) ist dein bester Freund beim Gehaltsvergleich. Sie macht Angebote transparent und hilft dir, den Mindestlohn zu prüfen. Kombiniere sie mit einem Netto-Rechner, um zu sehen, was wirklich auf deinem Konto landet. Und denk dran: Ein höherer Stundenlohn ist oft wertvoller als ein dickes Monatsgehalt mit vielen Überstunden.

Nutze die Formel bei deiner nächsten Verhandlung – und lass dich nicht mit einem zu niedrigen Stundenlohn abspeisen.

Selbst nachrechnen

Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).

Abzugswasserfall

Vom Brutto zum Netto

Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.

€ brutto

Steuerklasse

Netto / Monat

2.513 €

Abzüge

1.987 €

Brutto
4.500 €
Lohnsteuer
1.008 €
Krankenversicherung
394 €
Rentenversicherung
419 €
Arbeitslosenversicherung
59 €
Pflegeversicherung
108 €
Netto
2.513 €

Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meinen Stundenlohn aus dem Monatsgehalt?

Du teilst dein Bruttomonatsgehalt durch (Wochenarbeitsstunden × 4,33). Beispiel: 3.000 € / (40 × 4,33) = 3.000 / 173,2 ≈ 17,32 €/h. Die 4,33 steht für die durchschnittliche Anzahl Wochen pro Monat (52 / 12).

Warum wird 4,33 und nicht 4,35 verwendet?

4,33 ist der gerundete Wert aus 52 Wochen geteilt durch 12 Monate. Manche Rechner nutzen 4,35 (exakter: 52/12 = 4,333…). Der Unterschied ist minimal – bei 40 Stunden macht er etwa 0,80 € im Monat aus. Für Gehaltsvergleiche ist 4,33 völlig ausreichend.

Welcher Mindestlohn gilt 2026 und wie wirkt er sich auf mein Gehalt aus?

Ab 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 € brutto pro Stunde (BMAS). Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das ein verstetigtes Monatsgehalt von rund 2.409 € brutto (13,90 × 40 × 4,33). Liegt dein Angebot darunter, ist es nicht legal.

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