Ratgeber
Maler Stundenlohn 2026: Was du verdienst und was netto bleibt
Der Maler Stundenlohn variiert je nach Qualifikation: Ungelernte erhalten mindestens 13,90 €, gelernte Gesellen ab 16,13 € pro Stunde (Stand Juli 2026). Das Netto hängt von Steuerklasse und Sozialabgaben ab.
Maler Stundenlohn 2026: Was du verdienst und was netto bleibt
Du arbeitest im Maler- und Lackiererhandwerk oder überlegst, in diesen Beruf einzusteigen? Dann ist der Maler Stundenlohn eine der wichtigsten Kennzahlen für dein Gehalt. Egal ob du dein Angebot mit anderen vergleichen oder bei der nächsten Verhandlung besser argumentieren willst – hier erfährst du, welche Löhne aktuell gelten, was nach Steuern und Sozialabgaben netto übrig bleibt und welche Zuschläge dein Einkommen aufbessern können.
Die aktuellen Lohnuntergrenzen: Mindestlohn und Branchenmindestlohn
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde. Für das Malerhandwerk gibt es jedoch eine wichtige Besonderheit: Der Branchenmindestlohn für gelernte Arbeitnehmer (Gesellen) liegt höher. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat die Zwölfte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen erlassen, die ab 1. Juli 2026 einen Mindeststundenlohn von 16,13 € für alle Gesellen vorschreibt – auch für entsandte Beschäftigte aus dem Ausland. Diese Verordnung gilt bis 30. Juni 2027.
Der Tarifvertrag zur Regelung eines Mindestlohnes (TV Mindestlohn) definiert genau, wer als „gelernter Arbeitnehmer (Geselle)“ gilt: Du brauchst einen Gesellenbrief im Maler- und Lackiererhandwerk oder einen vergleichbaren anerkannten Berufsabschluss. Ungelernte Hilfskräfte, die unter Anleitung einfache Tätigkeiten ausführen, fallen unter den allgemeinen Mindestlohn von 13,90 €.
Tariflöhne: Was du wirklich verdienen kannst
Der Branchenmindestlohn ist nur die Untergrenze. Die Tarifparteien (IG BAU und Bundesverband Farbe) haben deutlich höhere Sätze vereinbart. Die aktuelle Tarifbroschüre des Berliner Senats zeigt die Entgeltgruppen ab Juli 2026:
- Gesellen im 1. Jahr nach der Ausbildung: 17,73 €/h
- Gesellen im 2. Jahr: 18,72 €/h
- Gesellen mit höherer Qualifikation (z. B. Vorarbeiter): bis zu 21,67 €/h
- Ungelernte mit langer Betriebszugehörigkeit: 15,76 € bis 16,75 €/h
Diese Tariflöhne sind Mindestentgelte. In tarifgebundenen Betrieben bekommst du mindestens diese Sätze. Viele Betriebe zahlen sogar freiwillig mehr, um Fachkräfte zu binden. Der Maler Stundenlohn kann also je nach Region, Betriebsgröße und deiner Erfahrung deutlich über dem Mindestlohn liegen.
Vom Brutto zum Netto: Was bleibt übrig?
Nehmen wir an, du arbeitest als gelernter Maler mit einem Stundenlohn von 16,13 € (Mindestlohn für Gesellen) bei einer 40-Stunden-Woche. Dann beträgt dein Bruttomonatsgehalt:
16,13 € × 40 h × 4,33 Wochen ≈ 2.580 € brutto
Davon gehen ab:
- Lohnsteuer (Steuerklasse I, keine Kinder): ca. 220–280 € (je nach Bundesland und Kirchensteuer)
- Solidaritätszuschlag: entfällt meist bei diesem Einkommen
- Krankenversicherung (8,75 % Arbeitnehmeranteil + Zusatzbeitrag): ca. 260 €
- Rentenversicherung (9,3 %): ca. 240 €
- Arbeitslosenversicherung (1,3 %): ca. 34 €
- Pflegeversicherung (2,4 % für Kinderlose): ca. 62 €
Summe Abzüge: etwa 820–850 €. Netto bleiben dir rund 1.730–1.760 € pro Monat.
Wenn du einen höheren Tariflohn von 18,72 €/h erhältst, steigt dein Brutto auf ca. 3.000 €. Netto wären das etwa 1.950–2.050 €. Genaue Werte liefert unser Brutto-Netto-Rechner.
Zuschläge und Sonderzahlungen: Mehr Netto durch Extras
Neben dem Grundlohn gibt es im Malerhandwerk attraktive Zuschläge, die deinen effektiven Maler Stundenlohn erhöhen:
- Mehrarbeit (Überstunden): 25 % Zuschlag
- Nachtarbeit: 25 %
- Sonntagsarbeit: 50 %
- Feiertagsarbeit: 125 % bis 200 %
- Erschwerniszuschläge: 5 % bis 45 % (z. B. bei Arbeiten in großer Höhe oder mit gesundheitsgefährdenden Stoffen)
Außerdem gibt es eine Jahressondervergütung (Weihnachtsgeld): Für gewerbliche Beschäftigte beträgt sie 50 % oder 100 % von 70 Ecklöhnen. Das kann je nach Betrieb mehrere tausend Euro zusätzlich bedeuten.
Tipps für die Gehaltsverhandlung
Wenn du deinen Maler Stundenlohn verhandelst, solltest du folgende Punkte kennen:
- Qualifikation zählt: Mit Gesellenbrief hast du Anspruch auf mindestens 16,13 €/h. Bist du frisch ausgelernt, liegt der Tariflohn bei 17,73 € – das ist dein Verhandlungsziel.
- Berufserfahrung: Nach zwei Jahren im Beruf steigt der Tariflohn auf 18,72 €. Lass dich nicht mit dem Mindestlohn abspeisen.
- Zuschläge einfordern: Kläre vorab, ob Überstunden, Wochenendarbeit oder Erschwernisse extra vergütet werden. Das gehört tariflich dazu.
- Region beachten: In Ballungsräumen und Westdeutschland sind die Löhne oft höher. Informiere dich über regionale Tarifverträge.
- Netto im Blick behalten: Ein höherer Bruttolohn bedeutet nicht automatisch viel mehr Netto, wenn du in eine höhere Steuerklasse rutschst. Unser Ratgeber hilft dir, die Abzüge zu verstehen.
Fazit
Der Maler Stundenlohn ist 2026 klar geregelt: Mindestens 13,90 € für Ungelernte, 16,13 € für Gesellen. Tariflich sind 17,73 € bis über 21 € realistisch. Mit Zuschlägen und Sonderzahlungen kannst du dein Einkommen weiter steigern. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner, um dein persönliches Netto zu berechnen, und geh gut vorbereitet in die nächste Gehaltsverhandlung.
Hinweis: Alle Angaben basieren auf offiziellen Quellen (BMAS, Berliner Senat, TV Mindestlohn) und der On-site Referenz-DB. Die Nettoberechnung ist eine Schätzung für Steuerklasse I, kinderlos, gesetzlich krankenversichert. Für eine verbindliche Auskunft wende dich an einen Steuerberater.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
2.513 €
Abzüge
1.987 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Was ist der aktuelle Mindestlohn für Maler und Lackierer?
Ab 1. Juli 2026 beträgt der Branchenmindestlohn für gelernte Maler (Gesellen) 16,13 € brutto pro Stunde. Für ungelernte Arbeiter gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde. Diese Werte sind durch die Zwölfte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für das Maler- und Lackiererhandwerk (BMAS) für alle Betriebe verbindlich.
Wie hoch ist der Tariflohn für gelernte Maler?
Der Tariflohn für Gesellen liegt über dem Mindestlohn. Laut der aktuellen Tarifbroschüre des Berliner Senats erhalten Gesellen im ersten Jahr nach der Ausbildung 17,73 € pro Stunde, im zweiten Jahr 18,72 €. In höheren Entgeltgruppen sind bis zu 21,67 € möglich. Diese Tariflöhne gelten als Mindestentgelte, können aber durch Zuschläge weiter steigen.
Welche Zuschläge gibt es im Malerhandwerk?
Der Rahmentarifvertrag sieht verschiedene Zuschläge vor: Mehrarbeit (Überstunden) 25 %, Nachtarbeit 25 %, Sonntagsarbeit 50 %, Feiertagsarbeit 125 % bis 200 % des Stundenlohns. Hinzu kommen Erschwerniszuschläge von 5 % bis 45 % für besondere Arbeitsbedingungen. Diese Zuschläge sind tariftreuerelevant und erhöhen deinen effektiven Stundenlohn.