Zum Inhalt springen
BruttoNettoCheck

Ratgeber

Stundenlohn berechnen: Formel, Beispiele und was du zum Netto wissen musst

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde – das entspricht bei 40 Wochenstunden rund 2.410 Euro brutto im Monat.

Stundenlohn berechnen: Die Formel einfach erklärt

Ob du eine Gehaltsverhandlung führst, einen Nebenjob annimmst oder einfach wissen willst, was deine Arbeit wirklich wert ist – die Formel zur Berechnung des Stundenlohns ist ein unverzichtbares Werkzeug. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du aus deinem Monatsgehalt den Bruttostundenlohn ermittelst, was der gesetzliche Mindestlohn für dich bedeutet und wie du vom Brutto zum Netto kommst.

Die Grundformel: Vom Monatsgehalt zum Stundenlohn

Die Standardformel, um deinen Stundenlohn zu berechnen, lautet:

Stundenlohn (brutto) = Monatsgehalt (brutto) ÷ (Wochenarbeitszeit × 4,33)

Der Faktor 4,33 ergibt sich aus der durchschnittlichen Anzahl von Wochen pro Monat (52 Wochen ÷ 12 Monate). Wenn du also beispielsweise 3.500 Euro brutto verdienst und 40 Stunden pro Woche arbeitest, rechnest du:

3.500 € ÷ (40 × 4,33) = 3.500 € ÷ 173,2 ≈ 20,20 € pro Stunde

Alternativ kannst du auch die Formel Stundenlohn = (Monatsgehalt × 3) ÷ (Wochenarbeitszeit × 13) verwenden – das Ergebnis ist identisch.

Umgekehrt: Vom Stundenlohn zum Monatsgehalt

Manchmal kennst du deinen Stundenlohn und möchtest wissen, wie viel du im Monat brutto verdienst. Dann lautet die Formel:

Monatsgehalt (brutto) = Stundenlohn × Wochenarbeitszeit × 4,33

Ein Beispiel: Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde (BMAS). Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt sich:

13,90 € × 40 × 4,33 ≈ 2.409 € brutto pro Monat

Das deckt sich mit dem Wert, den der offizielle BMAS-Mindestlohnrechner ausgibt. Zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde – dann wären es rund 2.530 Euro brutto monatlich.

Was sagt der Durchschnitt? Einordnung deines Stundenlohns

Laut Destatis lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten im April 2025 bei etwa 4.784 Euro. Umgerechnet auf eine 40-Stunden-Woche ergibt das einen Stundenlohn von rund 28,19 Euro. Zum Vergleich: In unserem Gehaltsdaten-Bereich findest du typische Gehälter für verschiedene Berufe – zum Beispiel Softwareentwickler (ca. 5.500 €/Monat ≈ 31,75 €/h) oder Verkäufer (ca. 2.800 €/Monat ≈ 16,16 €/h).

Vom Bruttostundenlohn zum Nettostundenlohn

Dein Bruttostundenlohn ist nur die eine Seite der Medaille. Was am Ende auf deinem Konto landet, hängt von Steuern und Sozialabgaben ab. Um deinen Nettostundenlohn zu berechnen, gehst du so vor:

  1. Ermittle dein Nettomonatsgehalt – am einfachsten mit einem Brutto-Netto-Rechner.
  2. Teile das Netto durch (Wochenarbeitszeit × 4,33).

Beispiel: Ein lediger Arbeitnehmer in Steuerklasse I ohne Kinder, gesetzlich krankenversichert, mit einem Bruttogehalt von 3.800 Euro (Krankenpfleger) und 40 Stunden pro Woche. Nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherung (KV 8,75 %, RV 9,3 %, AV 1,3 %, PV 2,4 %) bleibt ein Netto von etwa 2.450 Euro. Das ergibt einen Nettostundenlohn von rund 14,14 Euro – deutlich weniger als die 21,93 Euro brutto.

Wichtig: Die tatsächlichen Abzüge variieren je nach Steuerklasse, Kirchensteuer, Kinderfreibeträgen, Krankenkasse und Bundesland. Unser Ratgeber hilft dir, die Abzüge besser zu verstehen.

Besonderheiten beim Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn gilt für fast alle Arbeitnehmer – auch für Minijobber, Saisonkräfte und ausländische Beschäftigte, die in Deutschland arbeiten. Ausnahmen sind unter anderem Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung. Bei Praktika kommt es darauf an: Pflichtpraktika und kurze Orientierungspraktika (bis drei Monate) sind ausgenommen, freiwillige Praktika danach müssen mit mindestens 13,90 Euro vergütet werden.

Die Anpassung des Mindestlohns erfolgt durch die unabhängige Mindestlohnkommission, die sich an der Tarifentwicklung und am Referenzwert von 60 Prozent des Bruttomedianlohns orientiert. Mehr dazu erfährst du auf der Seite der Mindestlohnkommission.

Fazit

Die Formel zur Berechnung des Stundenlohns ist einfach, aber ihre Anwendung hilft dir, Gehaltsangebote besser einzuschätzen und deinen eigenen Wert zu kennen. Denk immer daran: Der Bruttostundenlohn ist nur die halbe Wahrheit – erst der Blick aufs Netto zeigt, was wirklich in deiner Tasche landet. Nutze unseren BruttoNettoCheck für eine genaue Berechnung deiner persönlichen Abzüge.

Wenn du mehr über Gehaltsstrukturen in Deutschland erfahren möchtest, schau in unsere Themen-Rubrik. Dort findest du aktuelle Daten und Vergleiche für zahlreiche Berufsgruppen.

Selbst nachrechnen

Beispielorientierung bei etwa 4.500 € brutto (Steuerklasse I).

Abzugswasserfall

Vom Brutto zum Netto

Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.

€ brutto

Steuerklasse

Netto / Monat

2.513 €

Abzüge

1.987 €

Brutto
4.500 €
Lohnsteuer
1.008 €
Krankenversicherung
394 €
Rentenversicherung
419 €
Arbeitslosenversicherung
59 €
Pflegeversicherung
108 €
Netto
2.513 €

Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel, um den Stundenlohn aus dem Monatsgehalt zu berechnen?

Die Grundformel lautet: Stundenlohn = (Monatsgehalt × 3) / (Wochenarbeitszeit × 13). Oder einfacher: Monatsgehalt ÷ (Wochenarbeitszeit × 4,33). Dabei wird die durchschnittliche Anzahl der Wochen pro Monat (4,33) verwendet. Beispiel: Bei 3.000 Euro brutto und 40 Stunden pro Woche ergibt sich 3.000 ÷ (40 × 4,33) ≈ 17,32 Euro pro Stunde.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettostundenlohn?

Der Bruttostundenlohn ist der Betrag, den der Arbeitgeber pro Stunde zahlt, bevor Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden. Der Nettostundenlohn ist das, was nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung auf deinem Konto ankommt. Um den Nettostundenlohn zu berechnen, musst du zuerst dein Nettomonatsgehalt ermitteln (z. B. mit einem Brutto-Netto-Rechner) und dann durch die geleisteten Stunden teilen.

Gilt der Mindestlohn auch für Minijobber und Praktikanten?

Ja, der gesetzliche Mindestlohn gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer, auch für geringfügig Beschäftigte (Minijobber) und die meisten Praktikanten. Ausnahmen gibt es für Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, für Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten sowie für Pflichtpraktika im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Studium. Freiwillige Praktika von bis zu drei Monaten sind ebenfalls ausgenommen.

Ähnliche Artikel

Wie hoch ist in Deutschland der Mindestlohn? Brutto, Netto und was du zum Verhandeln wissen musst

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 2026 13,90 Euro pro Stunde, was bei einer 40-Stunden-Woche rund 2.410 Euro brutto im Monat entspricht – netto bleiben je nach Steuerklasse etwa 1.700 bis 1.800 Euro.

Erfahre, wie hoch in Deutschland der Mindestlohn 2026 ist, was netto davon übrig bleibt und wie du mit diesen Infos dein Gehalt besser verhandelst.

Bruttolohn aus Stundenlohn berechnen: Formel und Netto-Abzüge verstehen

Mit der Formel Bruttolohn = Stundenlohn × Wochenstunden × 4,33 berechnest du dein Monatsbrutto; anschließend ziehst du Lohnsteuer und Sozialabgaben ab – dein Netto bleibt übrig.

Lerne die Formel zur Berechnung des Bruttolohns aus dem Stundenlohn kennen und erfahre, wie du daraus dein Netto-Gehalt ermittelst. Inklusive Beispiele und Abzugstabelle.

Stundenlohn 2026: Was du bei Gehaltsverhandlungen und Jobangeboten wissen musst

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde, was bei 40 Stunden pro Woche einem Monatsgehalt von rund 2.409 Euro brutto entspricht.

Der Stundenlohn 2026 steigt auf 13,90 Euro. Erfahre, wie du diesen Wert für Gehaltsverhandlungen nutzt und was netto übrig bleibt – mit aktuellen Daten von BMAS und Destatis.

Netto Brutto Rechner Schweiz: Mythen, Fehler und was Du wirklich wissen musst

Ein Schweizer Netto-Brutto-Rechner arbeitet mit AHV/IV/EO/ALV statt deutscher Sozialversicherungen – die Umrechnung ist nicht mit deutschen Tools möglich.

Der netto brutto rechner schweiz unterscheidet sich stark vom deutschen. Erfahre, welche Mythen kursieren, wie die Schweizer Abzüge funktionieren und worauf Du achten musst.

Stundenlohn berechnen: So ermittelst du dein Brutto- und Nettogehalt mit Steuerklasse & Sozialabgaben

Der gesetzliche Mindestlohn 2026 beträgt 13,90 € brutto pro Stunde, was bei 40 Wochenstunden einem Monatsgehalt von rund 2.409 € brutto entspricht. Dein tatsächlicher Netto-Stundenlohn hängt von Steuerklasse, Krankenkasse und weiteren Abzügen ab.

Lerne, wie du deinen Stundenlohn berechnen kannst – inklusive Lohnsteuer, Sozialversicherung und Steuerklasse. Mit aktuellen Werten 2026 von BMAS und BMF.

Stundenlohn berechnen mit der Formel 4,33 – So vergleichst du Angebote richtig

Ab 2026 beträgt der Mindestlohn 13,90 € brutto pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das ein Monatsgehalt von rund 2.409 € brutto (Formel: 13,90 × 40 × 4,33).

Mit der Formel 4,33 kannst du deinen Stundenlohn aus dem Monatsgehalt berechnen. Erfahre, wie du damit Gehaltsangebote vergleichst und den Mindestlohn prüfst.