Ratgeber
Lohnsteuer und Sozialabgaben im Überblick: Die Mindestlohnwende 2026
Mit der Mindestlohnwende 2026 steigt der Mindestlohn auf 13,90 €/h, was einem Bruttojahresgehalt von rund 28.922 € entspricht – je nach Steuerklasse und Abzügen bleibt netto etwa 1.700–1.900 € monatlich übrig.
Lohnsteuer und Sozialabgaben im Überblick
Wenn du in Deutschland arbeitest, kennst du das: Vom Bruttogehalt bleiben am Ende weniger übrig, als du denkst. Lohnsteuer und Sozialabgaben sind die Hauptgründe. In diesem Artikel erfährst du, wie sich dein Nettoeinkommen zusammensetzt, was die Mindestlohnwende 2026 für Geringverdiener bedeutet und wie du selbst schnell dein Netto berechnen kannst.
Lohnsteuer – was wird abgezogen?
Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Sie wird direkt vom Arbeitgeber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Die Höhe hängt ab von:
- Steuerklasse (I bis VI)
- Grundfreibetrag (2026 voraussichtlich ~12.348 €/Jahr – bis zu diesem Betrag zahlst du keine Lohnsteuer)
- Kirchensteuer (8 oder 9 % der Lohnsteuer, je nach Bundesland)
- Solidaritätszuschlag (seit 2021 nur noch für Spitzenverdiener, die meisten zahlen 0 %)
Je höher dein Bruttogehalt, desto mehr Lohnsteuer fällt an – das nennt man Progressionsvorbehalt. Ein Beispiel: Bei einem Bruttomonatsgehalt von 2.410 € (Mindestlohn 2026) zahlst du in Steuerklasse I rund 120–150 € Lohnsteuer. Bei 4.784 € (Durchschnittsgehalt) sind es etwa 600–700 €.
Sozialabgaben – die zweite große Belastung
Neben der Lohnsteuer werden Sozialabgaben fällig. Sie finanzieren die gesetzlichen Versicherungen. Die Arbeitnehmeranteile für 2026 sind:
- Krankenversicherung (KV): 8,75 % (plus kassenindividueller Zusatzbeitrag, durchschnittlich ~1,6 %)
- Rentenversicherung (RV): 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung (AV): 1,3 %
- Pflegeversicherung (PV): 2,4 % (kinderlos; mit Kindern 1,7 %)
Zusammen ergeben das rund 21,75 % des Bruttogehalts (ohne Zusatzbeitrag KV). Bei 2.410 € brutto sind das etwa 524 €, bei 4.784 € rund 1.040 €. Hinzu kommt der Arbeitgeberanteil, der etwa genauso hoch ist – der ist aber nicht in deiner Nettoberechnung enthalten.
Die Mindestlohnwende 2026
Ein zentrales Thema ist die Mindestlohnwende. Ab dem 1. Januar 2026 steigt der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 € auf 13,90 € pro Stunde. Das ist eine Erhöhung um rund 8,4 %. Für Vollzeitbeschäftigte (40 Stunden/Woche) bedeutet das:
- Bruttomonatsgehalt: 13,90 € × 173,33 h = ~2.410 €
- Bruttojahresgehalt: ~28.922 €
Netto bleibt in Steuerklasse I (keine Kinder, keine Kirchensteuer) etwa 1.700–1.900 € übrig. Der genaue Betrag hängt von deiner Krankenkasse und dem Zusatzbeitrag ab. Die Mindestlohnwende hilft vor allem Beschäftigten in Branchen wie Einzelhandel, Gastronomie oder Reinigung, die bisher knapp über der Armutsgrenze verdient haben.
Wie berechnest du dein Netto?
Du kannst dein Netto selbst grob schätzen: Ziehe vom Bruttogehalt die Lohnsteuer (ca. 5–15 % bei niedrigen Gehältern, 15–25 % bei Durchschnittsgehältern) und die Sozialabgaben (~21,75 %) ab. Genauer geht es mit unserem Brutto-Netto-Rechner, der alle Faktoren wie Steuerklasse, Kinder, Kirchensteuer und Bundesland berücksichtigt.
Fazit
Lohnsteuer und Sozialabgaben sind komplex, aber mit den richtigen Informationen kannst du dein Netto gut einschätzen. Die Mindestlohnwende 2026 bringt spürbare Verbesserungen für Geringverdiener. Denk daran: Deine Steuerklasse und persönliche Situation haben großen Einfluss. Lies auch unseren Ratgeber zu Steuerklassen und Sozialabgaben, um keine Abzüge zu übersehen.
Häufig gestellte Fragen
Was ändert sich mit der Mindestlohnwende 2026?
Die Mindestlohnwende 2026 bringt eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns von 12,82 € auf 13,90 € pro Stunde. Das bedeutet für Vollzeitbeschäftigte (40h/Woche) ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 € statt bisher 2.222 €. Netto steigt das Einkommen je nach Steuerklasse um etwa 80–120 € monatlich.
Wie berechne ich mein Nettoeinkommen aus Bruttogehalt?
Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse, Grundfreibetrag, Kirchensteuer) und Sozialabgaben abgezogen. Die Sozialabgaben 2026 betragen: Krankenversicherung 8,75 %, Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %, Pflegeversicherung (kinderlos) 2,4 %. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner für eine genaue Berechnung.
Welche Steuerklasse ist für mich am besten?
Die Wahl der Steuerklasse hängt von deiner Lebenssituation ab. Steuerklasse I gilt für Ledige, III für Verheiratete mit großem Einkommensunterschied, IV für Paare mit ähnlichem Gehalt. Eine optimale Kombination kann die monatliche Nettoauszahlung erhöhen. Lies dazu unseren Ratgeber zu Steuerklassen.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 2.410 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
1.558 €
Abzüge
852 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Was ändert sich mit der Mindestlohnwende 2026?
Die Mindestlohnwende 2026 bringt eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns von 12,82 € auf 13,90 € pro Stunde. Das bedeutet für Vollzeitbeschäftigte (40h/Woche) ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 € statt bisher 2.222 €. Netto steigt das Einkommen je nach Steuerklasse um etwa 80–120 € monatlich.
Wie berechne ich mein Nettoeinkommen aus Bruttogehalt?
Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse, Grundfreibetrag, Kirchensteuer) und Sozialabgaben abgezogen. Die Sozialabgaben 2026 betragen: Krankenversicherung 8,75 %, Rentenversicherung 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %, Pflegeversicherung (kinderlos) 2,4 %. Nutze unseren [Brutto-Netto-Rechner](/rechner) für eine genaue Berechnung.
Welche Steuerklasse ist für mich am besten?
Die Wahl der Steuerklasse hängt von deiner Lebenssituation ab. Steuerklasse I gilt für Ledige, III für Verheiratete mit großem Einkommensunterschied, IV für Paare mit ähnlichem Gehalt. Eine optimale Kombination kann die monatliche Nettoauszahlung erhöhen. Lies dazu unseren [Ratgeber](/blog) zu Steuerklassen.