Ratgeber
Werkstudent Mindestlohn 2026: Lohnsteuer und Sozialabgaben im Überblick
Der werkstudent mindestlohn von 13,90 € pro Stunde (2026) ergibt bei 20 Wochenstunden ein Brutto von rund 1.112 € monatlich; netto bleiben durch die Befreiung von Renten- und Arbeitslosenversicherung etwa 959 €.
Lohnsteuer und Sozialabgaben für Werkstudenten: So berechnest du dein Netto
Was ist der werkstudent mindestlohn?
Ab 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde (BMAS). Für Werkstudenten, die in der Regel maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten, bedeutet das ein Bruttomonatsgehalt von rund 1.112 Euro (bei 20 h/Woche × 4 Wochen) bzw. 1.204 Euro (bei 4,33 Wochen). Zum Vergleich: Der Mindestlohn 2025 lag noch bei 12,82 €/h. Der werkstudent mindestlohn ist also gestiegen – und damit auch dein mögliches Bruttoeinkommen.
Brutto vs. Netto: Was bleibt dir?
Dein Nettolohn ist das, was nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialabgaben auf deinem Konto landet. Bei Werkstudenten sieht die Rechnung anders aus als bei Vollzeitbeschäftigten, weil du in der Renten- und Arbeitslosenversicherung beitragsfrei bist. Das spart dir monatlich rund 10 Prozent deines Bruttos.
Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag
Die Lohnsteuer richtet sich nach deinem Jahreseinkommen und deiner Steuerklasse. Liegt dein Einkommen unter dem Grundfreibetrag von etwa 12.348 Euro (Stand 2026), zahlst du keine Lohnsteuer. Bei einem monatlichen Brutto von 1.112 Euro kommst du auf 13.344 Euro im Jahr – damit überschreitest du den Freibetrag knapp. Dann fällt Lohnsteuer an, aber nur auf den übersteigenden Betrag. Der Solidaritätszuschlag wird nur fällig, wenn die Lohnsteuer eine bestimmte Grenze übersteigt – bei niedrigen Einkommen meist null.
Sozialabgaben: KV, PV, RV, AV
Die Sozialabgaben setzen sich aus Krankenversicherung (KV), Pflegeversicherung (PV), Rentenversicherung (RV) und Arbeitslosenversicherung (AV) zusammen. Für 2026 gelten folgende Arbeitnehmeranteile (in Prozent deines Bruttos, bis zur Beitragsbemessungsgrenze):
- Krankenversicherung: 8,75 % (zzgl. kassenindividueller Zusatzbeitrag, im Schnitt ca. 1,7 %)
- Pflegeversicherung: 2,4 % (für Kinderlose; mit Kindern 1,7 %)
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
Wichtig für Werkstudenten: Du bist in der Renten- und Arbeitslosenversicherung beitragsfrei, solange du nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest und dein Studium im Vordergrund steht. Das bedeutet: Von deinem Brutto werden nur die KV- und PV-Beiträge abgezogen. Das erhöht dein Netto deutlich.
Beispielrechnung: Werkstudent mit Mindestlohn 2026
Angenommen, du arbeitest 20 Stunden pro Woche zum werkstudent mindestlohn von 13,90 €/h. Das ergibt ein Brutto von:
- Wochenbrutto: 20 h × 13,90 € = 278 €
- Monatsbrutto (× 4,33): ca. 1.204 € (oder 1.112 € bei 4 Wochen). Wir rechnen mit 1.112 € für eine konservative Schätzung.
Abzüge (Steuerklasse I, keine Kinder, gesetzlich krankenversichert):
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Brutto | 1.112,00 € |
| KV (8,75 %) | – 97,30 € |
| PV (2,4 %, kinderlos) | – 26,69 € |
| Zusatzbeitrag KV (ca. 1,7 %) | – 18,90 € |
| Lohnsteuer (ca.) | – 10,00 € |
| Solidaritätszuschlag | 0,00 € |
| Netto (ca.) | 959,11 € |
Ohne Lohnsteuer (wenn das Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag bleibt) läge das Netto bei etwa 969 €. Vergleiche mit einem Vollzeitbeschäftigten zum Mindestlohn: 13,90 €/h × 40 h × 4,33 = 2.408 € Brutto. Nach allen Abzügen (KV, PV, RV, AV, Lohnsteuer) bleiben ca. 1.700 € netto. Der Werkstudent hat also einen höheren Nettolohnanteil.
Weitere Tipps für Werkstudenten
- Steuerklasse: Als lediger Werkstudent ohne Kinder bist du in Steuerklasse I. Wenn du verheiratet bist, kann Steuerklasse III/IV günstiger sein.
- Kirchensteuer: Falls du Kirchenmitglied bist, kommen 8–9 % der Lohnsteuer hinzu.
- Krankenkasse: Der Zusatzbeitrag variiert. Vergleiche Kassen, um Geld zu sparen.
- Jahresausgleich: Da dein Einkommen schwanken kann, lohnt sich eine Steuererklärung. Oft bekommst du zu viel gezahlte Lohnsteuer zurück.
Nutze den Brutto-Netto-Rechner von BruttoNettoCheck, um deine persönlichen Abzüge genau zu berechnen. Im Ratgeber findest du weitere Artikel zu Werkstudenten und Steuern.
Fazit
Der werkstudent mindestlohn 2026 von 13,90 €/h sorgt für ein ordentliches Bruttoeinkommen. Dank der Befreiung von Renten- und Arbeitslosenversicherung bleibt dir netto ein hoher Anteil. Achte aber auf die Lohnsteuer, wenn du den Grundfreibetrag überschreitest. Mit einer guten Planung und dem richtigen Wissen über Lohnsteuer und Sozialabgaben kannst du dein Netto maximieren.
Selbst nachrechnen
Beispielorientierung bei etwa 2.410 € brutto (Steuerklasse I).
Abzugswasserfall
Vom Brutto zum Netto
Ziehe am Brutto und wechsle die Steuerklasse — die Abzüge fließen sichtbar ab.
Steuerklasse
Netto / Monat
1.558 €
Abzüge
852 €
Schätzung für 2026 (gesetzliche KV, Ø-Zusatzbeitrag). Kein Ersatz für die Entgeltabrechnung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der werkstudent mindestlohn 2026?
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Das entspricht bei 20 Wochenstunden einem Bruttomonatsgehalt von etwa 1.112 Euro (bei 4 Wochen) bzw. 1.204 Euro (bei 4,33 Wochen).
Müssen Werkstudenten Lohnsteuer zahlen?
Ja, auch Werkstudenten zahlen Lohnsteuer, wenn ihr Jahreseinkommen den Grundfreibetrag von rund 12.348 Euro übersteigt. Bei einem monatlichen Brutto von 1.112 Euro liegt das Jahreseinkommen bei 13.344 Euro, sodass Lohnsteuer anfällt – allerdings nur auf den überschreitenden Betrag. Der Solidaritätszuschlag entfällt meist. Dank der Befreiung von Renten- und Arbeitslosenversicherung bleibt dir netto dennoch ein hoher Anteil.
Welche Sozialabgaben zahlen Werkstudenten?
Werkstudenten sind in der Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert (KV 8,75 % plus kassenindividueller Zusatzbeitrag, PV 2,4 % für Kinderlose). In der Renten- und Arbeitslosenversicherung sind sie beitragsfrei, solange sie nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten und das Studium im Vordergrund steht. Das spart monatlich rund 10 % des Bruttos.